Wichtige Lehren aus Notre-Dame

Wenn es etwas Positives an der historischen Katastrophe von Notre-Dame gibt, dann, daß sie die Fronten endgültig geklärt hat.

Die Reaktionen im Netz, speziell in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram, waren dermaßen entlarvend, daß so Mancher seinen Freundeskreis gründlich ausmisten konnte. Und nein, nicht triumphierende Moslems waren diesmal das Problem. Sie handelten im erwarteten Rahmen.

Erschütternd wirkten die menschenverachtenden, kirchenfeindlichen Kommentare vieler Atheisten und Pseudolinken, die sich doch für so fortschrittlich halten. Skrupellos rechnete nicht nur der asoziale Bremer Moritz Neumeier die Brandkatastrophe mit im Mittelmeer ertrunkenen angeblichen „Flüchtlingen“ auf. Es sei in der französischen Hauptstadt ja nur ein „altes Haus“ niedergebrannt. Dumpf forderte er, die Ruine der weltberühmten Kathedrale komplett wegzureißen, um ein Parkhaus(!) dorthin zu bauen, weil Paris ja so „eng“ sei. Mit dieser aus der Luft gegriffenen Aussage macht er sich restlos lächerlich bei den bekanntermaßen breiten und langen Boulevards. Vielleicht hatte Neumeier ja ursprünglich die Idee, anstelle von Notre-Dame eine Moschee zu bauen, zog dann aber nochmal zurück, weil er merkte, daß die Zeit noch nicht so ganz reif ist und verlegte sich vorerst auf ein Parkhaus. Oh, wie hätte er Rotz und Wasser geflennt, wenn statt der Kathedrale eine Moschee in Hamburg oder Bremen, in Utrecht die Ulu-Moschee, ihres Zeichens der größte islamische Haß-Brüter in den Niederlanden, oder die Sultan-Ahmed in Istanbul beziehungsweise die Alabaster in Kairo abgebrannt wäre. „Scheiß auf Sultan Ahmed“ würde ihm niemals über die Lippen kommen.

Auch selbstgerechte Facebooktypen, die nicht umhin konnten, Bildern des lichterloh brennenden französischen Wahrzeichens solche von halbverhungerten afrikanischen Kindern gegenüberzustellen, die sie aus den Untiefen des Internets zusammengeklaubt hatten, nervten ungemein. Leider gab es viele Dumme, die sowas teilten, und so verbreitete sich eine giftige „Diskussionsebene“, die es künftig möglich machen wird, jedes Unglück und jeden Terroranschlag mit dem Totschlagargument „Hunger in Afrika“ auf geradezu faschistoide Art und Weise zu relativieren. Bei 9/11 waren Leute, die sich darüber verächtlich äußerten, noch gesellschaftliche Außenseiter. Heute dulden wir ähnliche Kaliber in unserer Mitte.

Nicht besonders schlau traten auch Evangelikale und Zeugen Jehovas auf, die die Spendenfreudigkeit einiger Protestanten rügten, weil doch das „Haus der Hure Babylon“, gemeint sind Notre-Dame bzw. die Römisch-Katholische Kirche, nur seine gerechte Strafe erhalten habe.

Schließlich die Gelbwesten. Eine tapfere, geradezu revolutionäre Graswurzelbewegung, die seit einem halben Jahr der herrschenden Klasse gerade in Frankreich die Stirn bietet und Macron ins Wanken brachte. Noch am Abend des 15. April mutmaßten Einige, daß der Präsident seinen persönlichen „Reichstagsbrand“ gegen die Gilets jaunes instrumentalisieren würde. Und tatsächlich gab es Personen innerhalb der Bewegung, die in den sozialen Netzwerken berechtigte Anliegen der Gelbwesten, Polizeigewalt und Notre-Dame wild vermengten und sich so als kulturloses Gesindel outeten; ganz im Sinne von Macron.

Fehlende gesamteuropäische Kompetenz gerade bei Leuten, die doch die EU-Flagge so gerne hochhalten, und gravierende zwischenmenschliche Defizite machen den Kontinent zumindest im Westen akut übernahmereif. Wessen „Werte“ ihm dann übergestülpt werden, wird man sehen.

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