Umfrage: Unveränderter Wiederaufbau oder Flüchtlings-Obelisk – was soll mit dem abgefackelten Frankfurter Goetheturm passieren?

Beinahe unbemerkt von der Frankfurter Arbeiterklasse brannte in den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstags ein bedeutendes Wahrzeichen der Stadt ab: Der hölzerne Goetheturm im Stadtwald wurde ein Opfer der Flammen. Die Feuerwehr kam zu spät und mußte ihn kontrolliert abbrennen lassen. Gegen 4 Uhr früh stürzte er ein. Unbekannte hatten das Feuer vorsätzlich gelegt.

Sehr wahrscheinlich die gleichen Täter hatten im Frühjahr 2017 innerhalb von einem Monat in zwei Parkanlagen durch Brandstiftung zuerst den beliebten koreanischen Pavillon und dann einen chinesischen völlig vernichtet. Wer sind die Frankfurter Feuerteufel, die vor allem darauf aus zu sein scheinen, Kultur und Tradition der Frankfurter Bürger, so sie brennbar ist, zu zerstören?

In allen Fällen verzichtete die selbstgefällige kommunale Polit-Schickeria auf regelmäßige Bewachung sowie auf Video-Überwachung. Das Feuer bedrohte ja nicht deren eigenen Hintern. Jetzt wird es umso teurer.

Erschreckend war, daß viele werktätige Frankfurter sogar am Freitag noch nichts von der verheerenden Brandstiftung wußten und ungläubig große Augen machten, als sie es in der Frühstückspause von besser informierten Kollegen erfuhren. Die Preise in der Bankenmetropole sind äußerst hoch, da rackert sich Mancher halbtot, um seinen Lebensstandard einigermaßen halten zu können, und kriegt sonst nichts mehr mit. Aber „gewisse Leute“, zum Beispiel Kulturzerstörer, haben immer Zeit.

Oberbürgermeister Peter Feldmann meldete sich umgehend zu Wort. Der Turm müsse unverfälscht wieder aufgebaut werden. Er wolle Spenden dafür sammeln. Noch am gleichen Tag regten sich Bedenken und Widerstand. Vonseiten der großen Parteien wegen eines besseren Brandschutzes des Neubaus und wegen der Erörterung bezüglich mehr Barrierefreiheit für Körperbehinderte. Das würde teurere Materialien und mindestens einen Aufzug bedingen, was zu einer Kostenexplosion führte, die nicht mehr allein durch Spenden zu stemmen wäre.

Der Goetheturm im Frankfurter Stadtwald. Baujahr: 1931

Für die stalinistische Partei Die Linke ist das Gebäude wegen seines Baujahres 1931 ein Symbol der heraufziehenden Nazi-Diktatur und es deshalb nicht wert, neu zu entstehen.

Die Grünen schließlich tätigten einen Alternativvorschlag. Kaum noch jemand könnte heutzutage in Goethes Geburtsstadt ein Gedicht unfallfrei aufsagen, da mache es keinen Sinn, einen neuen Goetheturm in den Stadtwald zu pflanzen. Stattdessen solle man, ähnlich dem Flüchtlingsobelisken auf dem Kasseler Königsplatz bei der diesjährigen Documenta 14, eine gigantische Stele gegen Krieg, Flucht und Vertreibung errichten, genau an der Stelle, wo bisher der hölzerne Aussichtsturm stand. Wie er soll sie 43 Meter hoch werden. Schwer entflammbares Material soll eine Zerstörung nahezu unmöglich machen.

Schaulustige vor dem flammenden Inferno. Politische Fragen locken sie tagsüber nicht aus dem Sessel, aber um bei der Zerstörung von Kulturgut zuzuschauen, springen sie nachts aus den Betten. 

Als es hell wird, ist für Jeden ersichtlich: Den stolzen Goetheturm gibt es nicht mehr. Dort, wo er einst stand, sind nur noch rauchende, verkohlte Trümmer.

So kannte man das stets beliebte Ausflugsziel.

Wie ist Ihre Meinung dazu, liebe Leser? Was soll an der Stelle des Goetheturms entstehen? Bitte abstimmen + teilen!

 

15 Kommentare

  1. Na toll! Zuerst unterstützen die transatlantischen Grünen jeden NATO-Angriffskrieg und jeden Völkermord, und dann wollen sie dem Ganzen auch noch ein Denkmal setzen! Und solche kriegen noch 8,9%. Unfaßbar.

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  2. Erschreckend war, daß viele werktätige Frankfurter sogar am Freitag noch nichts von der verheerenden Brandstiftung wußten und ungläubig große Augen machten, als sie es in der Frühstückspause von besser informierten Kollegen erfuhren. Die Preise in der Bankenmetropole sind äußerst hoch, da rackert sich Mancher halbtot, um seinen Lebensstandard einigermaßen halten zu können, und kriegt sonst nichts mehr mit. Aber „gewisse Leute“, zum Beispiel Kulturzerstörer, haben immer Zeit.

    Für mich eine wichtige Kernaussage des Artikels. Die Zerstörungswut der Bilderstürmer, die sich aus politischen, religiösen (islamischen?) oder sonstigen Quellen speist, trifft auf eine Restbevölkerung, die entweder völlig kaputt vom Arbeitsstreß oder schlichtweg desinteressiert ist. Noch nicht mal eine Demo gegen die Brandstifter bekommen die Menschen auf die Reihe. Paradiesische Zustände für Atavisten.

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  3. Ergänzung zu meinem vorangegangenen Post:

    Was ist der Grund dafür, daß die Arbeiterklasse im Jahre 2017 trotz einer ungeheuren Verbesserung der Produktivkräfte steigender Arbeitshetze ausgesetzt ist, die sie zu Zombies mutieren läßt?

    Die Antwort liegt im Grundcharakter des globalisierten Kapitalismus. Der weltweite Wettbewerb läßt die Bourgeoisie zu immer unmenschlicheren Methoden greifen, notfalls zu Krieg und Terror. Daneben hat speziell die herrschende Klasse in Deutschland ein dringendes Interesse daran, daß die Arbeiter nicht zu mehr Bewußtheit gelangen, weder durch unabhängige Selbstrecherche noch durch unabhängige Schulungen. Einrichtungen wie Verdi sollen sie weiter dummquatschen.

    Selbstrecherche ist zeitaufwendig und nur im Rahmen eines Tages mit allgemein kürzeren Arbeitszeiten machbar. Den Zusammenhang zwischen der Möglichkeit zur Steigerung der Bewußtheit der Werktätigen und einer kürzeren Tagesarbeitszeit beschrieb schon Rudi Dutschke in seinem legendären Interview bei Günter Gaus, das am 3. Dezember 1967 ausgestrahlt wurde:

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    • Allerdings. Deshalb gefällt mir auch der neue Vorstoß der IG Metall, die Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden zu verkürzen. Und das will was heißen, wenn mir mal ein Vorschlag einer etablierten Systemgewerkschaft behagt.

      Aber warum so zögerlich? Warum nur auf „freiwilliger Basis“ und zeitlich auf zwei Jahre begrenzt? Radikales Herunterfahren der Arbeitszeiten ist die Zukunft, das wird mehr und mehr Menschen klar!

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  4. Der Goetheturm genau zur Zeit der chaotischen, gewaltaffinen Frankfurter Buchmesse 2017 durch Brandstiftung zerstört. Wenn das mal kein weithin sichtbares Fanal ist!

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    • Da besteht wohl mehr als nur ein loser Zusammenhang. Genau solche gedungenen Spitzbuben zerstören auch unliebsame Stände auf der Buchmesse. Und alles ist nachts passiert, wenn normale Leute schlafen.

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  5. Ich weiß nicht, so ein riesiger Obelisk würde schon was hermachen. Dürfte ruhig noch etwas größer ausfallen.

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  6. Ich denke mal, die richtigen Frankfurter sind jetzt erstmal im Schockzustand deswegen. Alles irgendwie unwirklich. Nach Wochen und Monaten werden sie und Andere dann begreifen, was die Brandstifter ihnen genommen haben…

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    • Die kurze Sequenz aus der Totalen ist interessant! Sollte hier wirklich nur gezielt traditionelles Kulturgut zerstört werden? Sieht fast so aus. Es ist Herbst, die Bäume haben noch viel Laub. Da greift so ein riesiger Vollbrand durch Funkenflug eigentlich schnell über. Ist hier nicht geschehen. Als ob die benachbarten Bäume vorher von den Tätern befeuchtet wurden, damit kein unkontrollierbarer Waldbrand entsteht, bevor die Feuerwehr eintrifft. Da müßten dann allerdings Profis am Werk gewesen sein.

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  7. Prawda, dein Film erinnert ja fatal an die Reichskristallnacht 1938. Ziemlich gruselig. Und das zu einer Zeit, in der wieder mal ein Jude OB von Frankfurt am Main ist.

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