IS-Anhänger enthaupten Polizeichef

Rund 90 IS-Terroristen versuchen auf den Philippinen, eine ganze Großstadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Präsident Duterte verhängt deshalb das Kriegsrecht und kündigt eine vernichtende Antwort an. Doch die Lage eskaliert weiter.

Islamische Extremisten haben auf den Südphilippinen dem Polizeichef der Stadt Marawi den Kopf abgeschnitten. Das teilte Präsident Rodrigo Duterte mit und brach seinen Russland-Besuch ab. Er kündigte nach der Verhängung des Kriegsrechts im Süden des Landes an, mit äußerster Härte gegen islamische Rebellen vorzugehen. Etwa 90 Bewaffnete waren am Dienstag in die Großstadt Marawi vorgedrungen und versuchen, die Kontrolle über die Stadt zu erlangen. Seinen Landsleuten versicherte Duterte:

„Habt keine Angst, ich komme nach Hause!“

An die Adresse der selbsternannten „Rebellen“ sagte er:

„Ich werde brutal sein.“

Duterte hatte am Dienstagabend für 60 Tage das Kriegsrecht über die südliche Region Mindanao verhängt. Damit reagierte er auf die Krise in Marawi, einer Stadt mit mehr als 200.000 Einwohnern, etwa 800 Kilometer von der Hauptstadt Manila entfernt. Die islamischen „Rebellen“  brannten dort mehrere Straßenzüge nieder, darunter Kirchengebäude und ein Gefängnis. Dann zogen sie triumphierend mit schwarzen Fahnen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) durch die fast leergefegten Straßen.

Duterte hat mit der Ausweitung des Kriegsrechts auf das ganze Land gedroht, falls sich der Terrorismus vom Süden weiter ausweite. Dann könnte das Kriegsrecht über die Region Mindanao hinaus auch im Rest des Landes in Kraft gesetzt werden, sagte er. „Ich könnte das Kriegsrecht für das ganze Land erklären, um die Menschen vor dem Islam zu schützen.“

Putin um Waffen gebeten

Mindestens dreißig Menschen wurden ermordet. Angeblich brachten die „Rebellen“ auch ein Krankenhaus unter ihre Kontrolle. Nach Angaben der Katholischen Kirche brachten sie auch einen Priester um und mehrere Zivilisten sind in ihrer Gewalt. Erzbischof Socrates Villages, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, sagte: „Sie drohen damit, die Geiseln umzubringen, wenn die Regierungskräfte nicht zurückgerufen werden.“

Nach Angaben von Verteidigungsminister Delfin Lorenzana handelt es sich um Mitglieder der Terrorgruppen Abu Sayyaf und Maute, die dem IS die Treue geschworen haben. Abu-Sayyaf-Mitglieder haben Ende Februar den deutschen Segler Jürgen Kantner enthauptet.

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